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EINE DER MÄCHTIGSTEN REICHSABTEIEN SÜDDEUTSCHLANDS

Kloster und Schloss Salem

Kloster und Schloss Salem, Innenansicht des Münsters; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Strahlende Schönheit

Alabaster im Salemer Münster

Das Salemer Münster ist für seinen prächtigen Innenraum mit zahlreichen Alabasteraltären und -skulpturen bekannt. Der in Weiß und Gold getauchte Raum stammt aus dem Frühklassizismus und strahlt eine makellose Schönheit aus, die noch heute fasziniert.

Kloster und Schloss Salem, Hauptaltar im Münster; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Der Hauptalter ist umgeben von Gold und Alabaster.

Kirchenraum aus Alabaster und Gold

Wer von außen in das Salemer Münster eintritt, findet sich in einer anderen Welt wieder: Der reich mit Alabaster und Gold verzierte Innenraum strahlt Reinheit und Eleganz aus. Der Hauptaltar im Zentrum der Vierung bildet den Mittelpunkt des Salemer Münsters. Er ist eingebettet in die Kulisse zahlreicher weiterer monumentaler Altäre und Skulpturenensemble aus Alabaster. Vergoldete Details unterstreichen das edle Ambiente. Um den Gesamteindruck abzurunden, wurde der Innenraum des Münsters in hellen Grautönen gestrichen, die mit der Alabasterausstattung harmonieren.

Kloster und Schloss Salem, Honigschlecker-Skulptur im Münster; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Petra Gericke

Verspielt und fein gearbeitet: der Honigschlecker im Salemer Münster.

Berühmte Skulpturen

Die vielen Skulpturen aus Alabaster sind Kunstwerke und erinnern an Äbte, Stifter oder Ordensgründer. Besonders berühmt ist der feingearbeitete „Honigschlecker“ aus dem späten 18. Jahrhundert. Er steht für den Heiligen Bernhard von Clairvaux, einen Zisterzienser, der den Orden mitprägte und für seine Redegabe berühmt war. Diese verhalf ihm zu dem Spitznamen „honigfließender Gelehrter“. Der Kinderengel, der einen Bienenkorb hält und Honig von den Fingern abschleckt, steht als Symbol für den Heiligen.

Kloster und Schloss Salem, Orgel im Münster; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Die Orgel war Teil der neuen Innengestaltung.

Nach französischem Vorbild

Das Innere des Münsters stammt aus den Umbauten des 18. Jahrhunderts. Abt Anselm II. Schwab lernte 1765 und 1766 auf seinen Paris-Reisen die Architektur des französischen Frühklassizismus kennen. Er war so begeistert von ihr, dass er den Auftrag gab, das Münster rundzuerneuern und einen „dobleten Altar stain (…) sambt der umgebenden Gallery (…) von Alabasterstainen mahsiff herzustellen“. Die schlichte und strenge Außengestaltung blieb erhalten, das Innere erstrahlte ab den 1770er-Jahren durch Altäre, Skulpturen und prachtvolle Orgeln in neuem Glanz.

Münster von Kloster und Schloss Salem, Skulptur; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Achim Mende

Alabaster war für Skulpturen ein beliebter Werkstoff.

Alabaster als begehrter Werkstoff

Im Barock war Alabaster als Werkstoff beliebt. Äußerlich ähnelt es dem wertvollen Marmor, es ließ sich aber leichter schnitzen. Gegenüber Wettereinflüssen war es empfindlich, weswegen es ausschließlich in Innenräumen Verwendung fand. Weißer Alabaster galt, nicht nur in der Kunst, als besonders schön. Eine helle, ebenmäßige, „alabasterfarbene“ Haut war das Ideal für adlige Frauen – und diente zur Abgrenzung von Frauen niederen Standes, die in der Sonne arbeiteten. Mit Hüten und Schirmen schütze man sich, um die besondere Schönheit des „Alabasters“ zu erhalten.