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Kloster und Schloss Salem
Kloster und Schloss Salem, Innenansicht des Münsters

Strahlende SchönheitAlabaster im Salemer Münster

Das Salemer Münster ist für seinen prächtigen Innenraum mit zahlreichen Alabasteraltären und -skulpturen bekannt. Die in Weiß und Gold gehaltene Ausstattung stammt aus dem Frühklassizismus und strahlt eine makellose Schönheit aus, die noch heute fasziniert.

Kloster und Schloss Salem, Hauptaltar im Münster

Der Hauptalter ist umgeben von Gold und Alabaster.

Kirchenraum aus Alabaster und Gold

Wer das Salemer Münster betritt, findet sich in einer anderen Welt wieder: Der reich mit Alabaster und Gold verzierte Innenraum strahlt Reinheit und Eleganz aus. Der Hauptaltar im Zentrum der Vierung bildet den Mittelpunkt des Salemer Münsters. Er ist eingebettet in die Kulisse zahlreicher weiterer monumentaler Altäre und Skulpturengruppen aus Alabaster. Vergoldete Details unterstreichen das edle Ambiente. Um den Gesamteindruck abzurunden, wurde der Innenraum des Münsters in hellen Grautönen gestrichen, die mit der Alabaster-Ausstattung harmonieren.

Kloster und Schloss Salem, Honigschlecker-Skulptur im Münster

Verspielt und fein gearbeitet: der Honigschlecker im Salemer Münster.

Berühmte Skulpturen

Die vielen Skulpturen aus Alabaster erinnern an Äbte, Stifter oder Ordensgründer. Eindrücklich sind die beiden Skelette oder der seifenblasende Putto: Hinweise auf die Vergänglichkeit des Menschen. Besonders berühmt ist der feingearbeitete „Honigschlecker“ aus dem späten 18. Jahrhundert. Er steht für den Heiligen Bernhard von Clairvaux, einem Zisterzienser, der den Orden mitprägte und für seine Redegabe berühmt war. Diese verhalf ihm zu dem Beinamen „honigfließender Gelehrter“. Der kleine Engel, der einen Bienenkorb hält und Honig von den Fingern abschleckt, steht als Symbol für den Heiligen.

 

 

Kloster und Schloss Salem, Orgel im Münster

Die Orgel war Teil der neuen Innengestaltung.

Nach französischem Vorbild

Das Innere des Münsters stammt aus den Umbauten des 18. Jahrhunderts. Abt Anselm II. Schwab lernte 1765 und 1766 auf seinen Paris-Reisen die Architektur des französischen Frühklassizismus kennen. Er war so begeistert von ihr, dass er den Auftrag gab, das Münster zu erneuern und einen „dobleten Altar stain (…) sambt der umgebenden Gallery (…) von Alabasterstainen mahsiff herzustellen“. Die schlichte und strenge Außengestaltung blieb erhalten, das Innere erstrahlte ab den 1770er-Jahren durch Altäre, Skulpturen und prachtvolle Orgeln in neuem Glanz.

Münster von Kloster und Schloss Salem, Skulptur

Alabaster war für Skulpturen ein beliebter Werkstoff.

Alabaster als begehrter Werkstoff

Im Barock war Alabaster als Werkstoff beliebt. Äußerlich ähnelte der feinkörnige Gips dem wertvollen Marmor, doch er ließ sich leichter verarbeiten. Gegenüber Wettereinflüssen war Alabaster empfindlich, weswegen Bildhauer ihn ausschließlich für Innenräume verwendeten. Weißer Alabaster galt, nicht nur in der Kunst, als besonders schön. Eine helle, ebenmäßige, „alabasterfarbene“ Haut war das Ideal für adlige Frauen – und diente zur Abgrenzung von Frauen niederen Standes, die in der Sonne arbeiteten. Mit Hüten und Schirmen schütze man sich, um die besondere Schönheit des seiner Haut zu erhalten.

Der Vergänglichkeit begegnen die Menschen seit Jahrhunderten mit dem Wunsch nach Schönheit und Ewigkeit. Schlösser, Burgen und Klöster sind bis heute ein glänzendes Vermächtnis für die Zukunft. Die Themenwelt „Unendlich schön. Monumente für die Ewigkeit“ wirft einen Blick auf diese spannenden Themen.

Unendlich schön