Eindrucksvolles Zisterzienserkloster

Kloster und Schloss Salem

Mönch bei der Weinlese, Motiv auf dem Kachelofen im Sommerrefektorium von Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt
Etablierte Tradition

Weinanbau in Salem

Wein gilt als klösterliches Urprodukt. Besondere Tradition hat der Weinanbau in Kloster und Schloss Salem. Die Geschichte des dortigen Weinanbaus reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück.

Prälaturkeller im Kloster und Schloss Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Sorgfältig im Keller gelagert.

Weingärten mit alter Tradition

Im milden Klima des Bodensees hat der Weinanbau jahrhundertealte Tradition. Die Abtei von Salem kam bereits im Jahr 1134, kurz nach ihrer Gründung, in den Besitz eines Weinberges. Nur wenige Jahrzehnte später erwarben die Mönche weitere Anbaugebiete in bester Lage am See und im Hinterland. Nach der Lese wurden die Trauben im sogenannten Torkel gepresst und reiften im Prälaturkeller zu edlen Weinen heran. Noch heute kann man die Weinpresse besichtigen und ausgewählte Tropfen probieren.

Torkel im Küfereimuseum von Kloster und Schloss Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Birgit Rückert

Mit dieser großen Weinpresse, dem sogenannten Torkel, wurden die Weintrauben gepresst. Der historische Torkelbaum in Salem ist fast 11 Meter lang.

Weinbau bei den Zisterziensern

Die durchdachte Agrarwirtschaft war eine der größten Leistungen der Zisterziensermönche. Sie brachten die Landschaft rund um das Kloster zum Blühen. Überall, wo sie sich niederließen und die Natur es erlaubte, erwarben die Mönche Weinberge oder legten selbst welche an. Den Klosterwein benutzten die Mönche als Messwein. Zudem versorgten sie damit Gäste und Kranke, die sich im Kloster aufhielten. Außerdem war Wein ein wichtiges Handelsgut.

Weinrebe an einem Altar im Salemer Münster; Foto: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, Petra Schaffrodt

Weinrebe an einem Altar im Salemer Münster.

Wein in historischem Ambiente

Noch vor der Einführung des Reinheitsgebotes für Bier erließ Markgraf Christoph I. von Baden 1495 ein erstes Weingesetz. 300 Jahre später machte sich Markgraf Carl Friedrich um die Forschung und Ausbildung junger Winzer verdient und ließ Reben nach den neuesten Techniken anbauen. Im einmaligen historischen Ambiente von Kloster und Schloss Salem werden Weine vom Bodensee noch heute ausgebaut und gelagert.

Weinhänge bei Salem; Foto: Pixabay, gemeinfrei

Die Weinhänge bei Salem werden von der Sonne verwöhnt.

Besondere Höhenlage

Die zu Kloster und Schloss Salem gehörenden Rebflächen wurden in einer durch Gletscherverschiebung entstandenen Hügellandschaft angelegt. Die Böden sind hier besonders kalkhaltig und weisen in der Regel einen hohen Kies- und Sandanteil auf. Deshalb sind die Böden leicht erwärmbar und können die Wärme für lange Zeit speichern. Die bemerkenswerte Höhenlage der Hänge am Bodensee lässt sie zu den sonnenreichsten Regionen in Deutschland zählen – eine Grundvoraussetzung für süße Trauben und guten Wein.

TIPP

Einen Eindruck von der Weinbautradition erhalten Sie im Küfereimuseum im Oberen Langbau, wo sich auch die Weinpresse aus dem Jahr 1706 befindet.

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