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EINE DER MÄCHTIGSTEN REICHSABTEIEN SÜDDEUTSCHLANDS
Kloster und Schloss Salem
Weinkeller

Burgunderwein am BodenseeAbt Anselmund der Wein

Heute ist die Bodenseeregion für ihren guten Wein bekannt. Doch das war nicht immer so. Einer „Qualitätsoffensive“ des Salemer Abtes Anselm II. (1746-1778) mit kundiger Unterstützung des Orgelbauers und Weinhändlers Karl Joseph Riepp ist zu verdanken, dass heute bester Burgunder am Bodensee gedeiht.

Weintrauben

Spätburgundertrauben.

Die Zisterzienser: Experten im Weinbau

Bereits wenige Jahrzehnte nach der Klostergründung  im Jahr 1134 widmeten sich die Salemer Mönche der Weinwirtschaft. Das war nicht ungewöhnlich, denn die Zisterzienser waren Spezialisten im Weinbau. Der enge Austausch der Zisterzienserklöster zu ihrem Ursprungskloster Citeaux im Burgund und untereinander kam auch Salem zugute: Weinbau war einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Portrait Abt Anselm

Abt Anselm II.

Abt Anselms Qualitätsoffensive

Der heimische „Seewein“ war allerdings nicht sehr beliebt. Abt Anselms Versuch, den Seewein am Wiener Hof einzuführen, scheiterte kläglich: Er war den kaiserlichen  Majestäten zu sauer. Diese Blamage spornte den ehrgeizigen Abt umso mehr an. Aber nicht nur beim Wein, auch in der Kunst, Architektur und in der Musik strebte er nach höchster Qualität, Kosten spielten keine Rolle. Hierfür hatte er den richtigen Mann an seiner Seite – den Orgelbauer (und Weinhändler) Karl Joseph Riepp, der den Auftrag für eine neue Orgelanlage im Münster erhielt.

Torkel

Die alte Weinpresse.

Spezialitäten aus Burgund

Karl Joseph Riepp, ursprünglich aus Ottobeuren, war zu dieser Zeit bereits hoch angesehener Orgelbauer in Dijon, nebenbei erfolgreich tätig als Weinbauer und Händler. So lieferte er aus seiner Werkstatt nicht nur die Pfeifen für die neue Orgel nach Salem, sondern – wie wir aus dem regen Briefverkehr zwischen Anselm und Riepp wissen – auch Zitrusfrüchte, Olivenöl, Dijonsenf sowie besten Wein aus Spanien und Frankreich. Doch nicht genug: Mit den Orgelpfeifen trafen auch Reben „mit Wurzeln“ aus dem Burgund ein, die bald guten Ertrag brachten. Die Qualitätsoffensive ist gelungen – heute noch wächst bester Spätburgunder am Bodensee.