Eindrucksvolles Zisterzienserkloster

Kloster und Schloss Salem

Die reichste Abtei am Bodensee

Vom Wirtschaften

der Zisterzienser

Salem war eines der reichsten Klöster des Bodenseegebiets. Das war kein Zufall: Die Zisterzienser sorgten für einen zusammenhängenden Landbesitz und führten rationelle Betriebsformen ein. Viele Laienbrüder arbeiteten als Kaufleute und Verwalter der Wirtschaftshöfe.

Schwäne auf dem Salemer Klosterweiher; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Die Zisterzienser betrieben auch Fischfang.

Ausgeklügeltes Wirtschaftssystem

Kloster Salem besaß einen sehr umfangreichen Landbesitz, der nicht von den Mönchen selbst, sondern von Laienbrüdern bewirtschaftet wurde, die wiederum Lohnarbeiter beschäftigten. Zisterziensische Wirtschaftshöfe, sogenannte Grangien, bildeten das Rückgrat der Klosterwirtschaft. Dort bauten die Zisterzienser Getreide, Obst und Gemüse an. Darüber hinaus betrieben sie Fischfang, nicht nur im Bodensee, sondern auch in eigens angelegten, in vielen Fällen noch vorhandenen Teichen.

Ein Ring von Gutshöfen

Von Anfang an besaß Salem Gutshöfe in der unmittelbaren Umgebung, etwa in Schwandorf, Banzenreute oder in Mendlishausen am Prälatenweg, der vom Kloster Salem zum Bodensee führt. Ein weiterer Wirtschaftshof ist Schloss Maurach am Bodenseeufer, 1155 erstmals erwähnt und 1722 zur heutigen Form ausgebaut. 1250 besaß das Kloster bereits 22 Gutshöfe bis hinauf auf die Alb und in den Schwarzwald. Außerdem gab es Niederlassungen in 30 umliegenden Orten, die als Stadthöfe wirtschaftliche Bedeutung hatten.

Detailansicht der sogenannten Torkel im Küfereimuseum in Kloster und Schloss Salem; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Wein war die Hauptquelle des Reichtums.

Wichtigster Produktionszweig: der Weinbau

Wein war nicht nur als Messwein von Bedeutung, Wein war eine der Hauptquellen des Reichtums ganzer Städte und Herrschaften. Das galt auch für Salem, das zwischen Stockach und Lindau an 28 Orten des Bodenseeufers Weinbau betrieb. So erwarb die Abtei bereits 1211 den Oberhof, der heute als Hofgut Birnau zum Weingut des Markgrafen von Baden gehört.

Weit verstreute Besitzungen

Neben ländlichen Gütern besaß das Kloster Wirtschaftshöfe in Städten, beispielsweise in Esslingen: Der Salemer Pfleghof dort gehört zu den ältesten und stattlichsten Gebäuden der Stadt. Aber auch in Ulm, Konstanz und Überlingen sowie in mehr als 20 kleineren Städten war Salem mit Pfleghöfen vertreten. Sie dienten als Handelsniederlassungen, bewirtschafteten aber auch eigenen Besitz vor Ort, so etwa Weinberge in Esslingen.

TIPP

Einen Eindruck von der Weinbautradition erhalten Sie im Küfereimuseum im Oberen Langbau, wo sich auch die Weinpresse aus dem Jahr 1706 befindet.

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