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EINE DER MÄCHTIGSTEN REICHSABTEIEN SÜDDEUTSCHLANDS

Kloster und Schloss Salem

Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal, Klappaltar mit der Abbildung des heiligen Bernhard
Ausstellung von 30. Mai bis 4. Oktober 2020

Ritter – Landespatron – Jugendidol. Markgraf Bernhard II. von Baden

Vor nunmehr 250 Jahren wurde Markgraf Bernhard II. von Baden seliggesprochen. Wer war dieser Mann, der im Sommer 1458 in Moncalieri bei Turin der Pest erlag? Dieser Frage nähert sich die Ausstellung vom 30. Mai bis 4. Oktober im Kloster Salem.

Annäherung an die Person Bernhards

Das Generallandesarchiv Karlsruhe nähert sich in seiner Ausstellung Ritter – Landespatron – Jugendidol. Markgraf Bernhard II. von Baden der Person Bernhards und legt diese von den zeitgenössischen Zuschreibungen frei. Bernhard tritt den Ausstellungsbesuchern als Projektionsfläche für politische Ziele wie die Kreuzzugsbewegungen und Türkenkriege, als Integrationsfigur für den katholischen Bevölkerungsteil Badens und als Schutzpatron des „christlichen Abendlandes“ in der Zeit des Kalten Krieges entgegen.

Als christlicher Ritter verehrt

Die zeitgenössischen Quellen sind spärlich und lassen gerade deswegen viel Raum für Deutungen und Zuschreibungen. In Moncalieri wurde schon bald von Wundern berichtet, die man der Fürsprache des Markgrafen zusprach. In seiner Heimat am Oberrhein blieb die Verehrung auf das Haus Baden beschränkt. Erst im frühen 18. Jahrhundert – also zu einer Zeit, als Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden als „Türkenlouis“ glänzende militärische Siege gegen die Osmanen auf dem Balkan errang – wurde Bernhard als christlicher Ritter, der für einen Kreuzzug zur Befreiung der heiligen Stätten im Orient geworben habe, verehrt.

Bernhardusbrunnen Rastatt

Der Bernhardusbrunnen in Rastatt.

Zum Schutz- und Landespatron Badens erkoren

Das drohende Erlöschen der katholischen Linie der badischen Markgrafen 1771 vor Augen, wurde Bernhard zum konfessionellen Schutzpatron der katholischen Bevölkerung in den vereinigten badischen Markgrafschaften. Der Bernhardusbrunnen in Rastatt wurde errichtet, zahlreiche Gemälde in den katholischen Pfarrkirchen des Landes vermittelten der breiten Bevölkerung ein plastisches Bild vom seligen Markgrafen Bernhard. Bernhard war ein „politischer Heiliger“, der als Landespatron des Großherzogtums Baden und Mitpatron der neu errichteten Erzdiözese Freiburg für die Belange der katholischen Bevölkerung eintrat, sei es im badischen Kulturkampf, sei es in anderen politischen Konflikten.

Idol im Kampf gegen die Versuchungen

Als nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus die Bevölkerung neue Vorbilder suchte, wurde Bernhard von Baden plötzlich zum „Jugendstar“, zu einem Idol im Kampf gegen die Versuchungen der Moderne, zu denen die Konsumfreude der Wirtschaftswunderzeit ebenso zählte wie eine um sich greifende vermeintliche Sittenlosigkeit. Die Bedrohung des „Abendlandes“ durch die „Gefahr aus dem Osten“ im Kalten Krieg konnte mühelos an das Bild des tapferen Kreuzzugsritters anknüpfen.

Wandel im „Bild eines Heiligen“

In das Bild des seligen Bernhard wurde über die Jahrhunderte hinweg aber auch das Feindbild des „Anderen“, der als Bedrohung empfunden wurde oder zu einer solchen erst gemacht wurde, eingeschrieben. Auch Heilige können sich der politischen Instrumentalisierung nicht entziehen, das wird an der Verehrung des seligen Bernhard deutlich.
Die Ausstellung des Generallandesarchiv Karlsruhe zeichnet anhand zahlreicher wertvoller Exponate diesen Wandel im „Bild eines Heiligen“ nach.

Service

Ritter – Landespatron – Jugendidol. Markgraf Bernhard II. von Baden

Ausstellung des Generallandesarchivs Karlsruhe

Veranstaltungsort

Kloster und Schloss Salem
88682 Salem

Termin

Samstag, 30. Mai bis Sonntag, 4. Oktober 2020

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag und Samstag 10.00 bis 18.00 Uhr
Sonn- und Feiertag 10.30 bis 18.00 Uhr

Eintritt

Der Eintritt zur Ausstellung ist im Eintritt zum Klostermuseum enthalten:
Erwachsene 5,00 €
Ermäßigte 2,50 €
Kinder (6 - 15 Jahre) frei

INFORMATIONEN

Kloster und Schloss Salem
88682 Salem