Eindrucksvolles Zisterzienserkloster

Kloster und Schloss Salem

Schwäbischer Orgelbauer und königlicher Weinhändler

Karl Joseph Riepp

Karl Joseph Riepp (1710–1775) stammte aus Ottobeuren. Als junger Mann ging er nach Frankreich, wo er königlicher Orgelbaumeister wurde. Für das Münster Salem schuf er die größte Orgel seiner Zeit: eine vierteilige Anlage, die noch in Teilen im Münster erhalten ist.

Detailansicht Honigschlecker im Münster von Kloster und Schloss Salem; Foto: Hermann Böhne

Der Handwerker stellte 17 Orgeln her.

Wo erlernte Riepp sein Handwerk?

Als Karl Joseph Riepp 1710 in Ottobeuren als Sohn eines Mesnerehepaares geboren wurde, begannen dort gerade die Planungen für eine Erneuerung der alten Benediktinerabtei. Hier lernte Riepp das Orgelbauer-Handwerk. Als Geselle ging er nach Frankreich, um die Kunst des berühmten Orgelbauers Andreas Silbermann zu studieren. 1734 zog Riepp weiter nach Paris und Dijon, wurde königlicher Orgelbaumeister und stellte im Lauf seines Lebens 17 Orgeln her, darunter zwei für die Klosterkirche seines Geburtsortes.

Warum erhielt Riepp den Salemer Auftrag?

Riepp soll die höchsten Honorare gefordert haben. Doch als Abt Anselm II. 1766 plante, die Orgel im Münster zu erneuern, war ihm das Beste gerade gut genug. Er ließ sich in Riepps Heimatort Ottobeuren dessen neuerbaute Orgel vorführen und war überzeugt: Riepp erhielt den Vorzug vor anderen berühmten Orgelbauern. Zwischen 1766 und 1774 baute er vier neue oder grundlegend erneuerte Orgeln auf den drei Emporen sowie im Chor. Sie waren alle aufeinander abgestimmt, sodass sie zusammen gespielt werden konnten.

Was verband Riepp mit seinem Auftraggeber?

Riepp schrieb an Abt Anselm II. über Wein, Obstbäume und Rebstöcke. Der Salemer Abt war also nicht nur Auftraggeber und Förderer seiner Kunst, sondern auch ein interessierter Geschäftspartner. Da beide höchste Qualität nicht nur in der Kunst, sondern auch im Genuss schätzten, förderten sie zugleich den Weinhandel und Weinbau: Riepp unterhielt ein eigenes Weinlager in Stockach, und zusammen mit den Orgelteilen für Salem wurden Weinflaschen und Reben aus dem Burgund in den Bodenseeraum geliefert.

Detailansicht Orgel im Münster von Kloster und Schloss Salem; Foto: Hermann Böhne

Die Salemer Orgel galt als die schönste.

Was ist aus Riepps Meisterwerk geworden?

Die vier Orgeln im Salemer Münster waren die größte Anlage, die es zu dieser Zeit überhaupt gab – von Zeitgenossen als das schönste Orgelwerk Riepps bezeichnet. Doch sein Hauptwerk blieb nicht an Ort und Stelle erhalten: Nach 1802 wanderten drei der Orgeln nach Winterthur, Konstanz und Überlingen. In Salem erhalten ist lediglich der Prospekt mit den Prospektpfeifen der Dreifaltigkeitsorgel auf der Westempore, darin steckt eine große romantische Orgel aus dem Jahre 1901.

Auch interessant

TIPP

Die große Dreifaltigkeitsorgel ist ein besonderes Schmuckstück, das immer wieder Organisten aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht. Erleben Sie die Salemer Orgel regelmäßig bei Gottesdiensten, Orgelpräsentationen und im Rahmen der Salemer Münsterkonzerte.

Mehr erfahren

Persönlichkeiten
Kunstwerke & Räume

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.