Eindrucksvolles Zisterzienserkloster

Kloster und Schloss Salem

Wie der Burgunder nach Salem kam

Abt Anselm

und der Wein

Heute ist die Region um Salem für ihren guten Wein bekannt. Doch das war nicht immer so. Die anfänglichen Experimente im Weinbau mit verschiedenen Reben waren nicht von großem Erfolg gekrönt. Dem ehrgeizigen Abt Anselm II. ist heute der gute Wein vom Bodensee zu verdanken.

Weintrauben; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Dieter Jäger

Heute gedeiht in Salem der Wein.

Seit dem 8. Jahrhundert

Schon wenige Jahrzehnte nach der Gründung des Zisterzienserklosters in Salem widmeten sich die Mönche dem Weinbau. Das war nicht ungewöhnlich, denn die Zisterzienserklöster in ganz Europa experimentierten seit dem 8. Jahrhundert mit den Reben und tauschten sich untereinander aus. Im Laufe des Mittelalters wurde der Besitz an Weinbergen – vor allem am Nordufer des Sees – immer weiter vergrößert. Allerdings schätzten die Mönche den Seewein nicht sehr und bezogen seit der Neuzeit auch Wein aus Burgund.

Portrait Abt Anselm; Datenbankkonservatoren; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Urheber unbekannt

Abt Anselm von Salem.

Orgel- und Weinbau

Der sehr ambitionierte Abt Anselm II. versuchte den Salemer Seewein am Wiener Hof einzuführen. Ohne Erfolg: Den Majestäten war er zu sauer. Dies entmutigte Anselm jedoch nicht, sondern spornte ihn dazu an, die Weinqualität zu verbessern. Nicht nur beim Wein wollte er eine hohe Qualität, auch in Kunst, Architektur und Musik. So kam es, dass Karl-Joseph Riepp, der ein angesehener burgundischer Orgelbauer in Dijon war, den großen Auftrag erhielt, bei der Neugestaltung des Münsters die Orgelanlage zu bauen.

Torkel; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Birgit Rückert

Die alte Weinpresse.

Hilfe aus Burgund

Riepp betätigte sich aber auch im Weinbau und im Handel mit Wein und Delikatessen. So lieferte er nicht nur Material für die neue Orgel, sondern auch Früchte, Öl, Senf und Wein aus Spanien und Frankreich. Und Riepp war es auch, der dem Kloster zu einem guten Wein verhalf: Eines Tages trafen mit der Lieferung von Orgelpfeifen auch Reben aus dem Burgund ein, die bald guten Ertrag brachten. Sie sorgen heute noch dafür, dass am Bodensee bester Spätburgunder gedeiht.

TIPP

Besichtigen Sie den berühmten Torkel im Küfereimuseum im Oberen Langbau und den Schauweinberg südlich des Konventgebäudes – hier sehen Sie alle Rebsorten des Bodenseegebiets.