Außenansicht Schloss Salem

Von der Residenz der Äbte zum badischen Schloss

Die Prälatur

Die Prälatur ist von außen gesehen ein Spiegelbild des Konventgebäudes. Im Inneren aber ist sie wie ein Schloss eingerichtet – hier residierte der Abt. Kein Wunder, dass die Markgrafen und Großherzöge von Baden hier nach der Säkularisation gerne Quartier bezogen.

Außenansicht Schloss Salem; Foto: Hermann Böhne

Nach dem Brand: Wiederaufbau in nur zehn Jahren.

Ein Neubau als Zeichen der Macht

Nachdem ein Großfeuer in der Nacht vom 9. zum 10. März 1697 die Reichsabtei Salem fast vollständig zerstört hatte, beauftragte Abt Emanuel Sulger den Vorarlberger Architekten Franz Beer, das Kloster neu aufzubauen. In nur zehn Jahren errichtete dieser den 180 Meter langen Komplex von Prälatur und Konventgebäude, symmetrisch gegliedert durch Mittel- und Eckpavillons. Im Konventgebäude lebten die Mönche, in der Prälatur residierte der Abt. Die prachtvollen Räume verdeutlichen den Rang der Abtei.

Besucher im Abtsalon von Kloster und Schloss Salem

Ein verspielter Raum empfängt die Gäste.

Abt Anselms Salon

Das Empfangszimmer ließ sich Abt Anselm II. Schwab 1764 von Johann Georg Dirr einrichten. Alles andere als pompös, wirkt der Raum im Rokokostil eher verspielt. Stuckornamente, ein Gemäldezyklus über das Leben Christi, zwei Standuhren, ein schöner Parkettboden: So empfing der Abt seine Gäste. Ein Gemälde von Andreas Brugger über der Tür im Vorzimmer zeigt den Klosterbrand von 1697. Grüne Ranken und vergoldetes Muschelwerk zieren das benachbarte Zimmer des Sekretärs.

Porträt von Prinz Max von Baden; Foto: Haus Baden

Salem wird Wohnsitz des Hauses Baden.

Prälatur wird fürstlicher Wohnsitz

1802 nahm Markgraf Carl Friedrich von Baden die ehemalige Reichsabtei Salem in Besitz. Zum letzten Abt Caspar Oexle, der nun die Güter verwaltete, pflegte er ein freundschaftliches Verhältnis. Auch sein Sohn Ludwig hielt sich, bevor er 1818 Großherzog wurde, bevorzugt in Salem auf. Prinz Max von Baden machte die ehemalige Prälatur 1920 zum Hauptwohnsitz des Hauses. 2009 verkaufte die Familie von Baden Kloster und Schloss Salem an das Land Baden-Württemberg.

Bei den zarten Stuckaturen im Empfangszimmer entdecken Sie einen Löwen mit Abtsstab und dem „S“ für Salem.

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Das Konventgebäude

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